Ausgabe vom 13.06.2026 Seite 5

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Kriegt Ott die SPD flott? LeitartikelNRW-Verband wählt Spitzenkandidaten Spott musste sich Jochen Ott schon reichlich gefallen lassen. Der 52-Jährige ist zwar seit drei Jahren Fraktionsvorsitzender der SPD im NRW-Landtag, aber dennoch weitgehend unbekannt. Als ihn der Landesvorstand der Sozialdemokraten zum Spitzenkandidaten für die NRW-Landtagswahl im nächsten April erkor, lautete der nicht mehr neue, aber gern neu aufgelegte Kommentar in vielen Medien: „Jochen Wer?“ In der Tat: Wie der jüngste „NRW-Check“, eine Forsa-Umfrage im Auftrag von 38 nordrhein-westfälischen Tageszeitungen, ergeben hat, kennen gerade 8 Prozent der Nordrhein-Westfalen den Mann, der CDU-Ministerpräsident Hendrik Wüst das Amt abjagen will. Da sind die Rollen klar verteilt: Ott will eine Chance nutzen, die es eigentlich nicht gibt. Legt man gesunden Menschenverstand und die aktuelle politische Lage zugrunde, so versucht der Kölner, gegen einen schier übermächtigen Gegner, der schon als nächster Bundeskanzler gehandelt wird, das Unmögliche möglich zu machen. Denn zu seinen äußerst mauen persönlichen Bekanntheitswerten kommt ein äußerst beklagenswerter Zustand der SPD – im Land und nicht weniger im Bund. Ott wird gezwungen ...