Ausgabe vom 20.09.2025 Seite 49

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Depressiv und voller Lebenslust T.C. Boyle über sein neues Buch, Donald Trump und seinen sehr alten Hund „Ilka“ T.C. Boyle ist ein literarischer Superstar – und gleichzeitig ungeheuer nahbar. Auch im Interview zu seinem neuen Roman ist er zugewandt. Dabei ist dem 76-Jährigen eigentlich nicht zum Spaßen zumute – als er über Trump spricht, über das Artensterben und darüber, wie es sich anfühlt, wenn nicht nur der eigene Tod näher rückt.Von Daniel Benedict E ine Figur in Ihrem neuen Buch ist Autor. Zum Schreiben geht der in eine Bar, um – wie Hemingway und Faulkner – seine Kreativität mit Alkohol zu stimulieren. Funktioniert das wirklich? T.C. Boyle: Meine Figur glaubt das wirklich, und darüber mache ich mich lustig. Ich komme aus einer Familie von Alkoholikern. Ich habe früher sogar Heroin genommen. Aber ein Junkie wird man nur, wenn man sonst nichts hat. Und ich habe die Literatur. Alle meine schlechten Angewohnheiten sind der Arbeit untergeordnet. Schreiben ist das Wichtigste für mich. Schreiben und rausfinden, worum es im Leben geht. Mir geht es immer nur um Kunst. Etwas Besseres haben wir als Spezies nicht zu bieten. Vertrauen die Leser Ihnen bei öffentlichen Auftritten private Geschichten an, in der ...