Ausgabe vom 27.12.2025 Seite 33

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Ein verlorenes Inselparadies Philippinen: Eine Leprakolonie legt die düstere Vergangenheit ab Verlassene Strände, düstere Geschichte und herzliche Menschen: Warum Culion mehr als ein Geheimtipp für Abenteurer ist – und was das Museum zum Weltdokumentenerbe macht. Andreas Drouve Culion ist wie keine zweite der 7641 Inseln der Philippinen, ein Gegenentwurf zum Übertourismus. Im Museum des Hauptortes urteilt Leiter John Lisboa: „Culion ist ein verlorenes Inselparadies.“ Hügel und Buchten gehören dazu, Fischerorte, Wasserfälle, fast menschenleere Strände. Es gibt keine Resorts, kaum Besucher, weder Autoverleih noch Linienbusse. Wer anreist, braucht Pioniergeist zur Entdeckung – und die Bereitschaft, mit Moped oder Tuk Tuk über Betonplattenstraßen und Pisten zu rumpeln. Und auch an einer düsteren Vergangenheit kommt man kaum vorbei. Die sonnendurchtränkte Insel hat historische Schattenseiten, weshalb das Museum und sein Archiv zum Weltdokumentenerbe der Unesco zählen. Dort dreht sich alles um eine tückische Krankheit. „Culion war einst die größte organisierte Leprakolonie der Welt“, sagt der 58-jährige John Lisboa und bedauert, noch heute „gegen Stigmatisierung und Vorurteile“ kämpfen zu ...