Ausgabe vom 23.06.2026 Seite 9
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Warten und Hoffen Es war einmal in Amerika Journalisten im Allgemeinen und WM-Reporter im Speziellen sind sehr weise Menschen. Die Klugheit ist besonders in stickigen Räumen zu erahnen, in denen die Medienvertreter auf die Spieler in der Hoffnung warten, Zitierfähiges in die Mikrofone und Blöcke diktiert zu bekommen. Grundvoraussetzung ist die Annahme, dass Intelligenz nach abgestandenem Kaffee und kaltem Schweià riecht. Sollte das nicht zutreffen, können sich all die Schreiberlinge, TV- und Radio-Schaffenden immer noch auf Alexandre Dumas berufen. Der französische Schriftsteller stellte dereinst fest, dass alle menschliche Weisheit in zwei Worten enthalten sei: âWarten und hoffen.â Nirgendwo anders auf dem Erdball wird derzeit derart so hingebungsvoll dahingewartet und gehofft wie im Rahmen des Medientrosses, der die Weltmeisterschaft begleitet. Die Terminals der Flughäfen sind gesäumt von Reportern, die darauf hoffen, ihr Flieger möge pünktlich abheben. Auf Hoffen folgt Warten und auf Warten Hoffen. Es ist ein zermürbender Kreislauf, den nur zu ertragen imstande ist, wer darin erfahren ist. Ãbung macht auch hier den Meister. Zuvorderst hoffen Journalisten auf Einfälle. Nicht selten müssen sie sich eine Niederlage eingestehen. ...
