Ausgabe vom 23.06.2026 Seite 5

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An Trump vorbei LeitartikelFriedensgespräche Direkte Gespräche zwischen den USA und dem Iran sind schon eine bemerkenswerte Abkehr vom einstigen Status quo. Nun wurde auch noch ein Kommunikationskanal zur Straße von Hormus zwischen den beiden Kriegsparteien eingerichtet, damit die Verhandlungen zur Konfliktlösung nicht durch „Vorfälle und Kommunikationspannen“ beeinträchtigt werden, wie die Vermittlerstaaten Pakistan und Katar es ausdrückten. Die Wortwahl ist diplomatisch – mitgemeint dürfte aber US-Präsident Donald Trump sein. Denn die Gespräche auf dem Schweizer Bürgenstock bei Luzern wären beinahe an seinen Social-Media-Drohungen gescheitert: Mitten in der ersten Verhandlungsrunde forderte Trump mit Blick auf die Hisbollah Teheran auf, seine „hochbezahlten Stellvertreter im Libanon“ davon abzuhalten, Unruhe zu stiften – sonst werde man „den Iran erneut hart treffen“. Sind wir also ein Jahr nach dem amerikanischen und israelischen Angriff auf Irans Atomanlagen in einer Situation angekommen, in der Trump und Benjamin Netanjahu außen vor sind, aber Teheran am Tisch sitzt, wenn über Frieden in der Region gesprochen wird? Zumindest sieht es im Moment danach aus. Auch die anderen Vermittler sind ein ...