Ausgabe vom 17.01.2026 Seite 48

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Wofür ist die Straße da? In Marco te Brömmelstroets Augen kommt das Leben bei der Verkehrsplanung zu kurz Er wird gerne als „Fietsen-Professor“ bezeichnet. Aber wer sich mit Marco te Brömmelstroet aufs Tandem setzt und denkt, er würde ein paar einfache Tipps für die Mobilität der Zukunft bekommen, der ist schief gewickelt. Der niederländische Professor entpuppt sich während eines Interviews als Verkehrsphilosoph.Stefan Werding W as für ein Mobilitätsmensch sind Sie eigentlich? Radfahrer? Autofahrer? Fußgänger? Marco te Brömmelstroet: Ich identifiziere mich nicht mit einem Verkehrskonzept. Ich bin ein Mensch. Und ich nutze verschiedene Verkehrsmittel – am meisten den Zug in Kombination mit dem Fahrrad, weil das am bequemsten und am sozialsten ist. Was kann das Fahrrad denn so gut? te Brömmelstroet: Wir beide erleben gerade, was das Radfahren einzigartig macht: Wir spüren den Wind und die Kälte. Wir erleben die Natur. Wir sind in Berührung mit der Umgebung und mit den Menschen in unserer Umgebung. Radfahrer passen auf, nicht zu stürzen. Einer Studie zufolge macht jemand, der Fahrrad fährt, sehr viele sinnliche Erfahrungen. Radfahrer brauchen ihren kompletten Körper, um aufrecht zu bleiben, sie riechen, ...