Ausgabe vom 17.01.2026 Seite 5

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So peinlich wie mächtig LeitartikelTrump und der geliehene Nobelpreis Es ist nur eine neuerliche Peinlichkeit in einer an Peinlichkeiten reichen Präsidentschaft. Wenn Donald Trump den Friedensnobelpreis schon nicht verliehen bekommt, lässt er ihn sich eben schenken. Der Begriff „Fremdschämen“ könnte erfunden worden sein für das, was sich in der vorvergangenen Nacht in Washington abgespielt hat. Denn da hat María Corina Machado als einzig wahre Preisträgerin des vergangenen Jahres ihre Nobelpreis-Medaille an US-Präsident Trump überreicht. Machado gab im Weißen Haus zu Protokoll, dass sie damit ihre „Anerkennung für sein einzigartiges Engagement für unsere Freiheit“ zum Ausdruck bringen wollen. Was wenig über die wahre Meinung, aber viel über die Verzweiflung der venezolanischen Oppositionsführerin aussagt. Und natürlich über die Macht des immer noch mächtigsten Mannes der Welt – ganz egal, wie egomanisch, erratisch und unberechenbar dieser auch immer sein mag. Es ist gewiss ein Zufall, dass sich dieses unwürdige Schauspiel ausgerechnet zum ersten Jahrestag von Trumps zweiter Amtszeit vollzog. Aber es ist sinnfällig: Dieser Präsident kennt weder Skrupel noch Moral. Richtig und erlaubt ...