Ausgabe vom 06.06.2026 Seite 23

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Ein langer Lauf zurück ins Leben Hermann Wenning spricht im Philosophiekurs am Martinum über seine Drogensucht EMSDETTEN. „Stell dir vor, du darfst dein Smartphone nie wieder benutzen – nicht morgen, nicht in einem Jahr, nie wieder. Für immer.“ Dieses Bild wirft Hermann Wenning in den Raum, wenn er erklärt, wie es sich anfühlt, wenn ein Süchtiger seine Droge nicht bekommt. Der Vergleich sitzt. Wenning, Jahrgang 1964, aufgewachsen in Legden, war drogenabhängig, hat über 100 Einbrüche begangen und zweieinhalb Jahre in vier Justizvollzugsanstalten verbracht. Seit 19 Jahren ist er clean, arbeitet als Straßenwärter auf dem Bauhof in Ahlen und fährt regelmäßig in Schulen, um von seinem Leben zu erzählen. Jetzt war er zu Gast im Philosophiekurs der Einführungsphase am Gymnasium Martinum – ermöglicht durch die Unterstützung des Fördervereins. Wenning schilderte den Einstieg ohne Selbstmitleid, heißt es in einem Pressetext der Schule. Alkohol, seine erste Droge, habe ihn nie glücklich gemacht. „Im Gegenteil – ich wurde traurig und einsam.“ Ecstasy sei anders gewesen. „Das erschien zuerst wie eine Lösung für alle Probleme. Mit schlimmer Nebenwirkung: Alles andere – Sport, ...