Ausgabe vom 10.04.2026 Seite 5

Suchbegriffe 10.04.2026    5


Riskante Strategie LeitartikelIsraelische Angriffe im Libanon Wenn Israel ausgerechnet am Tag der Einigung auf eine Waffenruhe zwischen den USA und Iran die heftigsten Angriffe auf den Libanon seit Beginn des neuen Krieges gegen die Hisbollah fliegt, ist das kein gutes Zeichen. Zum einen liefert die Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu Teheran damit Argumente, die Blockade der Straße von Hormus doch nicht aufzuheben oder gar die Waffenruhe insgesamt infrage zu stellen. Zum anderen klingen Bombardierungen im ganzen Land mit mindestens 200 Toten und über 1000 Verletzten an einem Tag nicht nach begrenzten, präzisen Schlägen, sondern nach zusätzlichem Leid für eine Zivilbevölkerung. Auch wenn Führungsmitglieder der Hisbollah getötet wurden: Staaten sind völkerrechtlich verpflichtet, bei Militärschlägen größtmögliche Rücksicht auf Zivilisten zu nehmen. Netanjahus Strategie wirft zudem Fragen auf. Die Hisbollah wurde in der Asche des Libanonkriegs 1982 geboren, als Israel bis nach Beirut vorstieß, um die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) zu vertreiben. In dem dadurch entstandenen Vakuum konnte die Organisation wachsen, die 18 Jahre dauernde israelische Besatzung im Südlibanon stärkte die ...