Ausgabe vom 31.01.2026 Seite 5

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Neue Stärke gesucht LeitartikelDeutschland muss in Europa führen lernen So traurig es ist: Sicherheitspolitisch knüpft 2026 für Europa nahtlos an 2025 an. In der Ukraine tobt weiterhin der russische Angriffskrieg, die USA gebärden sich unter ihrem Präsidenten Donald Trump immer mehr als Gegner und China setzt sein Großmachtstreben unbeirrt fort. Als sei all das nicht schon Herausforderung genug, setzten innenpolitisch rechtsextreme Parteien die europäischen Regierungen stark unter Druck. Will man in all dem etwas Positives erkennen, dann ist es dies: Europa ist angesichts der Krisen, Konflikt- und Bruchlinien gezwungen, althergebrachte Positionen zu überdenken und sein Verständnis von Selbstbewusstsein, Selbstbestimmung und Selbstbehauptung neu zu definieren. Europa müsse „die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen“, hat Bundeskanzler Friedrich Merz am Donnerstag in seiner Regierungserklärung gesagt und damit einen längst überfälligen Satz formuliert. Nun gilt es, ihn Wirklichkeit werden zu lassen. Bei der Neupositionierung Europas kommt Deutschland eine besondere Rolle zu. Die Bundesrepublik wird führen (lernen) müssen. Schließlich ist Deutschland vor Frankreich und Großbritannien nicht nur das ...