Ausgabe vom 24.12.2025 Seite 17
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In der Backstube war der Teufel los Bäckerlehrling Willi Hilge erlebte nach dem Kriegsende 1945 den schlimmsten Heiligabend seines Lebens Den Heiligen Abend 1945 hat Willi Hilge nie vergessen. In einem langen Weihnachtsbrief hat der Lengericher, der in der Ladberger Bauerschaft Hölter aufgewachsen ist, seiner 14 Jahre jüngeren Schwester Ilse Dowidat, die in Emsdetten zu Hause ist, von diesem wohl schlimmsten Heiligabend seines Lebens, dem ersten nach dem Zweiten Weltkrieg, berichtet: âHeiligabend 1945. Das erste Weihnachtsfest nach dem letzten schrecklichen Krieg. Nach Jahren durften nun die Kerzen am Weihnachtsbaum brennen und bis auf die StraÃe leuchten, ohne dass man die Fenster verdunkeln musste. Wegen des Fliegeralarms durfte ja jahrelang kein Licht nach drauÃen dringen, und es bestand, auch ohne Fliegeralarm, ein absolutes Verdunkelungsgebot. Es war das zweite Mal, dass ich den Heiligabend nicht daheim im Kreise der Familie verbringen durfte. Das erste Mal war 1941, damals war ich in Bayern, in der Nähe von Deggendorf, in Metten an der Donau im Kloster St. Michael untergebracht. Diese Aktion lief unter dem Namen Kinderlandverschickung und wurde von der Partei (NSDAP) ins Leben gerufen. Die Aktion dauerte neun Monate... Wir wurden geschult und ...
