Ausgabe vom 15.06.2026 Seite 4

Suchbegriffe 15.06.2026    4


Als „Moby Dick“ die Bundespressekonferenz sprengte Vor 60 Jahren schwamm ein vier Meter langer Beluga-Wal durch den Rhein und hielt die Republik in Atem Bonn. „Einmal am Rhein“, so heißt ein Karnevalsklassiker von Willi Ostermann aus dem Jahr 1930. Den hörte wohl auch ein russischer Beluga-Wal – und richtete vor ziemlich genau 60 Jahren mit seiner Flussfahrt ein hübsches Chaos an. Seine Geschichte ist ein versöhnlicher Kontrast zu der peinlichen Posse, die sich jüngst um den gestrandeten „Timmy“ und seine Irrfahrt in Ost- und Nordsee abspielte. „Moby Dick“, ein weißer Beluga-Wal aus Russland, narrte im Frühjahr 1966 einen ganzen Monat lang die Wasserschutzpolizei – und sprengte schließlich sogar die Bundespressekonferenz in Bonn. Oft ist die Geschichte der beiden Rheinschiffer Bernd Albrecht und Willi Dethlevs vom Tankschiff „Melani“ erzählt worden, wie sie das rund vier Meter lange Tier Mitte Mai auf der Höhe von Duisburg-Neuenkamp als erste in dem verdreckten Fluss erblickten. Ein Wal im Rhein – die Meldung klang der Wasserschutzpolizei wohl eher nach „rosa Elefanten“. Sie ließen die beiden vermeintlichen Alkoholsünder ins Röhrchen pusten. Doch die News war weder ...