Ausgabe vom 13.04.2026 Seite 5
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Unruhige Zeiten AnalyseDie Linke streitet über den Nahostkonflikt Als der Streit in der Linken wieder einmal eskalierte, wurden zwei Partei-Urgesteine deutlich. Es sei nötig, âdiesen schädlichen Kurs der Selbstbeschäftigung zu stoppen und uns um unsere wahre Aufgabe zu kümmernâ, schrieben die Linken-Politiker Dietmar Bartsch und Gregor Gysi in einem gemeinsamen Appell.Die Zeilen klingen aktuell â tatsächlich sind sie fast auf den Tag genau drei Jahre alt. In der Zwischenzeit ist viel passiert: Die Linke wäre fast von der politischen Landkarte verschwunden, dann gelang ihr zur Ãberraschung vieler bei der Bundestagswahl 2025 ein furioses Comeback. Seitdem sehen Umfragen die Partei konstant um zehn Prozent. Es gäbe also viel Anlass zur Freude. Doch seit Neuestem ist der Streit in der Linken zurück. Und mal wieder ist es der Nahostkonflikt, über den sich die Partei zerlegt. Vorläufiger Höhepunkt der Eskalation war zuletzt ein öffentlich gewordenes Schreiben der Bundesarbeitsgemeinschaft Migrantische Linke, das Gregor Gysi ârassistische Narrativeâ vorwarf. Ausgerechnet ihm, dem bekanntesten Linken-Politiker des Landes. Gysi hatte in einem Interview auf eine Frage nach Antisemitismus in der Linken gesagt, es seien ...
