Ausgabe vom 11.03.2026 Seite 5

Suchbegriffe 11.03.2026    5


Fehlende Strategie LeitartikelIran: Trump glaubt an baldiges Kriegsende Donald Trump brüstet sich damit, unberechenbar zu sein. Mit einigem Geschick lässt er Freund und Feind rätseln, was er im Schilde führt. So hatte es auch Richard Nixon gehalten, der als Präsident im Kalten Krieg auf die „Madman“-Doktrin gesetzt hatte. Doch eine geschickte Taktik kann eine fehlende Strategie nicht ersetzen. Genau das zeigt sich nun am Beispiel Irans. Dort hat Trump sein Land ohne Not in einen Krieg geführt, dessen Ziele verschwommen bleiben. Geht es wirklich um das Nuklearprogramm, dessen völlige Zerstörung Trump schon vergangenen Sommer nach einem ersten Militärschlag proklamiert hatte? Oder hat Trump plötzlich die Menschenrechte der geschundenen Iraner entdeckt, die er von der Geißel der Mullahs befreien will? Könnte es sein, dass er bloß von seiner Rolle im Epstein-Skandal ablenken möchte oder geht es um die Kontrolle des Öls? Vielleicht hat er sich bloß von Benjamin Netanjahu überreden lassen, der bei allen anderen US-Präsidenten in der Vergangenheit abgeblitzt war. Wie ein Autokrat glaubt er, sich nicht erklären zu müssen. Es ließe sich argumentieren, mangels klarer Ziele könne Trump nun jederzeit den Sieg ...