Ausgabe vom 07.03.2026 Seite 20

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Erst die zweite Generation hat’s geschafft Emsdetten und das Heiraten vor über 100 Jahren: Warum in die Ferne schweifen? Wie lange benötigt man, um ein Emsdettener zu werden? Heute, im Zeitalter von Globalisierung, Internet und Weltoffenheit mag so mancher schmunzeln. Aber damals sprachen die Menschen im Dorf von „totrocken Pack“, wenn es jemand in ihr Örtchen verschlagen hatte. Vor 100 Jahren entwickelte sich Emsdetten aber, wuchs, und das war auch mit Zuzügen verbunden, bei denen aus einem Zugezogenen ein Emsdettener wurde. Glaubt man den Heiratsregistern der katholischen Kirchengemeinde im 19. Jahrhundert, war das erst in der zweiten Generation der Fall. Denn wenn man dem Vorurteil nachgehen will, dass die Emsdettener sowieso nur untereinander geheiratet hätten, stößt man im Heiratsregister auf ein merkwürdiges Phänomen. Dort ist nicht der Wohn- oder der Geburtsort der Brautleute verzeichnet, sondern der Wohnort der jeweiligen Väter. Der Leser erfährt in dem Heiratsregister also nichts unmittelbar über die Hochzeitspaare, zumal der väterliche Wohnort ja nichts darüber aussagt, wo der Mann gewohnt haben mag, als seine Kinder geboren wurden. Das gilt besonders in den späteren Jahrgängen der einsetzenden ...