Ausgabe vom 15.01.2026 Seite 26

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„Das ist für mich Heimat“ Die Nachfrage nach Trachten ist da, doch das Wissen schwindet – Leonie Schiemenz aus dem Spreewald will das ändern Burg/dissen/Lübbenau. Einige Stunden als Sorbisch-Erzieherin im Hort liegen bereits hinter Leonie Schiemenz, jetzt sitzt sie in ihrem kleinen Nähatelier und verziert ein Halstuch mit feiner Spitze. „An den Wochenenden nähe ich aufwendigere Sachen wie Röcke und Hauben“, erzählt die junge Frau aus Burg im Spreewald. Allein für einen Rock brauche sie rund drei Meter Stoff, bei kräftigeren Frauen auch schon mal vier. Die 24-Jährige zählt zu den wenigen Frauen im Spreewald, die heute noch traditionelle Trachten schneidern – und sie gibt das Wissen ums Sticken an andere weiter. Auch Christa und Dieter Dziumbla aus Burg pflegen die Tradition seit Jahrzehnten. In ihrem privaten Trachtenmuseum zeigen sie mit Hilfe von Puppen die Vielfalt der regionalen Kleidung. Große Hauben, ausladende Röcke und farbenfrohe Stickereien – so kennen viele die Spreewaldtrachten. Für zahlreiche Frauen gehören sie zu bestimmten Festen und Bräuchen wie der anstehenden Fastnacht zwingend dazu: „Ansonsten ist man unbeteiligter Zuschauer und darf nicht mitmachen“, sagt Babette ...