Ausgabe vom 13.01.2026 Seite 5

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Kein Hoffnungsträger LeitartikelIran: Europa muss Lösungen liefern Es sind nicht viele Bilder, die aus dem Iran zu sehen sind. Doch die spärlichen Informationen zeigen Massendemonstrationen im ganzen Land und einen Sicherheitsapparat, der brutal gegen die Opposition vorgeht. Bei den schwersten Protesten seit Jahren ist inzwischen von fast 500 Toten die Rede, mehr als 10.000 Iraner sollen festgenommen worden sein. Es könnte der Anfang vom Ende des autoritären Regimes in Teheran sein. Deutschland und Europa täten gut daran, den Menschen im Land zu helfen, ohne dabei den Hardlinern in die Hände zu spielen. US-Präsident Donald Trump eignet sich hierbei nicht zum Hoffnungsträger. Er droht mal mit militärischem Eingreifen und behauptet kurz darauf, Teheran wolle doch verhandeln. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen: Wenn ein US-Präsident von der „Achse des Bösen“ spricht (wie einst George W. Bush) oder Nuklearanlagen im Land bombardiert (wie Trump im vergangenen Jahr), ist das für die Fundamentalisten eine Steilvorlage, um die Opposition als Marionetten des Westens zu diffamieren. Auch diesmal nutzen Vertreter des Regimes die bekannte Rhetorik, wenn etwa die eskalierende Gewalt bei den Protesten als Ausrede für eine ...