Ausgabe vom 27.01.2023 Seite 31
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Das Unmalbare ins Bild gesetzt Zum Holocaust-Gedenktag: Gerhard Richters Birkenau-Zyklus Im August 1944 machen Alberto Errera und David Szmulewski mit Hilfe anderer Männer, deren Namen bis heute unbekannt sind, vier Fotos. Die Aufnahmen zeigen das Außengelände vor dem Krematorium V des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Mit einer ins Konzentrationslager geschmuggelten Kamera schaffen es die jüdischen Häftlinge, die einzigen bekannten Bilder zu machen, die Opfern selbst gelungen sind. Errera, Szmulewski und die anderen Männer gehören zu einem Sonderkommando. So bezeichnen die Nazis die Häftlinge, die sie zur Mitarbeit bei der Ermordung der Insassen in den Gaskammern und bei der Verbrennung der Leichen zwingen.Dass die Fotos heimlich aus einem kleinen Fenster entstanden sind, erkennt man an den Perspektiven und Ausschnitten. Da haben Menschen ihr Leben riskiert, um der Welt Dokumente zu hinterlassen, die von der bürokratisch organisierten und industriell durchgeführten Massenermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden in Europa zeugen. Ihren Weg in die Öffentlichkeit finden sie erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Auf den vier Fotos sind brennende Leichenberge ebenso zu erkennen wie KZ-Insassen, die über das Gelände in eine Gaskammer getrieben werden. ...
