Ausgabe vom 01.06.2026 Seite 7

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„Tracht ist ein Stück Heimat zum Anziehen“ Experten sehen traditionelle Kleidung auf dem Rückzug und setzen auf den Nachwuchs Lübbenau Hauben, Borten, Schleifen: Trachtenexpertinnen und -experten bangen um den Erhalt der traditionellen Kleidungsstücke in Deutschland. „Heutzutage gibt es fast nur noch Festtagstrachten“, sagt Charles Koppehele, Vorsitzender des Mitteldeutschen Heimat- und Trachtenverbands. Die Gewänder mit Geschichte seien meist nicht so alltagstauglich. „Da schlupfen Sie nicht mal so eben rein.“ Es seien vor allem traditionelle Anlässe, an denen Trachten aus dem Schrank geholt werden: Fastnachten, Ostersingen, Hochzeiten und alles rund um den Gang in die Kirche. Oft gleiche das Anziehen einer Prozedur, die nur mit Hilfe funktioniere, erklärt Charles Koppehele. Denn: Druckknöpfe oder Reißverschlüsse gab es meist noch nicht, als die Trachten erstmals geschneidert wurden. Der Deutsche Trachtentag im Spreewald wird zum alljährlichen Schaulaufen der traditionellen Gewänder aus dem ganzen Bundesgebiet. Gekürt wird dort auch die „Tracht des Jahres“. Wichtig für die Auszeichnung: Es muss eine lebendige Tracht sein, wie es Charles Koppehele nennt. „Sie darf nicht nur in Museen und ...