Ausgabe vom 19.07.2025 Seite 15

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Ein Märchenbuch im Knast Serie „Wahre Schätze“: Elsbeth Jäger und ihre lebenslange Liebe zu Geschichten Greven. An den 25. Dezember 1952 erinnert sich Elsbeth Jäger noch ganz genau. Kein Wunder: Es war ihr zwölfter Geburtstag – und zugleich der erste Weihnachtstag. „Bei uns zu Hause war es ganz wichtig, dass Weihnachten und Geburtstag getrennt gefeiert werden“, erzählt sie. „Zu Weihnachten gab es etwas zum Anziehen. Zum Geburtstag etwas fürs Herz.“ An diesem Tag war das „Herzensgeschenk“ ein Märchenbuch – und es sollte den weiteren Lebensweg der Reckenfelderin prägen wie kaum ein anderer Gegenstand. Natürlich haben viele Menschen ihre alten Kinderbücher aufbewahrt. Doch Elsbeth Jäger hat mit ihren Märchen weit mehr gemacht, als sie im Regal stehenzulassen. Sie hat sie vorgelesen – Kindern, Senioren, Nonnen, Krankenhauspatienten – und sogar Strafgefangenen. „Ich habe immer gern gelesen, gelesen, gelesen“, sagt sie rückblickend. Besonders angetan hatten es ihr neben den Märchen auch Buchreihen wie „Nesthäkchen“. „Da wurde beschrieben, dass das Mädchen in einem Haus mit Weinranken an der Hauswand lebte. Vielleicht habe ich deshalb heute selbst so ...